Einfach mal Hammer!

Eigentlich war ich auf der Suche nach etwas anderem, da schwappt mir zufällig dieses Video über die Ergebnisseite. Und das ist mal richtig gut! Lautstärkeregler aufdrehen und genießen.

Klasse, gerade für eine Schülerband. Bitte mehr davon!

Lyrics:

Ich erzähl euch ein Märchen
Aus früherer Zeit
Wo des Arbeiters Alltag
War Elend und Leid
Keinerlei Rechte
Von Trübsal gelenkt
Der Wille zu leben
Im Unheil ertränkt

Für Recht und für Freiheit
Wir ziehn in die Schlacht
Euch schützt das Gesetz
Doch wir ham‘ die Macht
Protest und Revolte
Bei Tag und bei Nacht
Wir geben nicht auf
Bis der letzte erwacht

Ich erzähl euch ein Märchen
Es ist nicht lange her
Als die Mehrheit der Schwarzen
Sich setzte zur Wehr
Die Widmung für Frieden
Er sicher beschloss
Ein Rassist doch den Redner
Erbärmlich erschoss

[Refrain]

Ich erzähl euch ein Märchen
Der heutigen Zeit
Wo der Alltag der Menschen
Ist Elend und Leid

Moderner Sport

Einer der Bostoner Attentäter ist tot, ein weiterer befindet sich noch auf der Flucht – so schreiben es die Medien. Die etwas seriöseren sind immerhin so mutig, ein „mutmaßlich“ vor den „Attentäter“ zu schreiben. Im Internet verfolgen zehntausende Menschen live die Jagd – ein Sportereignis, bei dem das leben von Menschen auf dem Spiel steht.

Nur um das klarzustellen – ich habe nichts übrig für Terrorismus. Dennoch muß ich mich fragen wohin sich unsere Gesellschaft da entwickelt, wenn wir im Internet live den Polizeifunk mitverfolgen können und die Informationen in Form von Bildern, Twitterkommentaren und Webcams schneller ins globale Netz geraten, als sie verarbeitet werden können.

So ist dabei zum Beispiel ein Mann verhaftet worden und alles überschlug sich mit Kommentaren von „Jetzt haben sie ihn“ bis hin zu „sie hätten ihn gleich abknallen sollen“. Natürlich sind die Bilder des Verdächtigen unverpixelt durchs Netz gegangen. Einige Zeit später drang – nur mühsam weil die Actionreichen Bilder spannender sind – die Meldung durch, daß der Verhaftete unschuldig und wieder auf freiem Fuß ist.

Nachdem die klassischen Medien in dieser schönen neuen Welt keine ernstzunehmende Rolle mehr spielen versuchen sie verzweifelt ihre Bedeutung zu erhalten, indem sie noch hysterischer reagieren und das Ganze auch noch stilistisch in Richtung Krimi aufbereiten: Ein Actionkracher zum Nachlesen auf Sueddeutsche.de….

Vor dem heimischen Computer und tausende Kilometer entfernt vom Geschehen sitzen jetzt tatsächlich Leute mit einer Tüte Popcorn und verfolgen, wie Menschen ums Leben kommen – mutmaßliche Attentäter wie Polizisten. Das ganze Spektakel ist ein bißchen wie der Umkehrschluß zum erreichten Ziel der Terroristen: Da dank hunderter Kameras in jedem Handy die Bilder und Videos vom Anschlag zum Teil schneller im Netz waren als Rettungskräfte vor Ort wirkt der Anschlag bedeutend intensiver und der verbreitete Terror kann noch effektiver seine Wirkung entfalten, wie auch manche Medien kritisch anmerkten und deswegen auf derartige Bilder verzichten. Andere wiederum versuchen eher scheinheilig mit dem Wahrheitsargument die Tatsache zu verschleiern, daß es letztendlich um Auflage geht.
Gleichsam ein Heilmittel dagegen nun das Spektakel um die Jagd nach den Attentätern – Gut gegen Böse, live und ohne zu hinterfragen werden die wildesten Spekulationen und Gerüchte mit einer Art Unterhaltungsprogramm vermengt – die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion verschwimmt.

So richtig in Worte fassen kann ich das nicht, aber irgendwie ist das alles ziemlich gruselig….