Morgengruß (LXVII)

Guten Morgen zusammen,

vor einiger Zeit habe ich mich ja mit dem verballhornen beschäftigt und dabei auch ein paar andere Redewendungen angesehen. So ist der Ausdruck „unter aller Kanone!“ bezüglich der Lateinkenntnisse seines Erfinders vermutlich korrekt – damit wird nämlich eigentlich eine ungenügende Doktorarbeit bewertet. sub omni canone, also „unterhalb eines jeden Maßstabes“, bedeutet im besten Falle ungenügend.

Ein wesentlich schöneres Beispiel ist das Wort „Hokuspokus“. Weit verbreitet ist die Vermutung, dass es eine Verballhornung des lateinischen „hoc est enim corpus meum„, also „Dies ist mein Leib“ aus den Einsetzungsworten beim Abendmahl bzw. der Kommunion ist. Eine andere Theorie sagt mir persönlich mehr zu: Die Zauberformel ist im Titel des 1634 erschienen Buches „Hocus Pocus Iunior. The anatomie of Legerdemain“ von Elias Pilund zu finden. In diesem Buch geht es um Zauberkunststücke und hier taucht auch erstmals das „Hocus Pocus Filiocus“ auf, das in der Langform auch heute noch im Dänischen und Schwedischen gebräuchlich ist – bei uns als „Hokuspokus Fidibus“ bekannt. Hier wird allerdings nicht der Sohn Gottes, sondern der Sohn des Taschenspielers angerufen.

Aus dem Begriff „hocus“ ging das englische „Hoax“ hervor, also Scherz.

Wer sich für das Buch interessiert: Man findet es beim Projekt Gutenberg im Netz und in der bayerischen Staatsbibliothek (https://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV022670651)

Dann noch einen zauberhaften Morgen wünscht Euch
Euer Nik

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