Fundstück der Woche (32.KW): Flashmob in Bordeaux

Jeden Montag um 11.11. Uhr präsentiere ich das Fundstück der Woche. Heute:
In Bordeaux hat eine Schüler oder vielleicht auch Studentengruppe zu Thriller getanzt. Abgesehen von dem Mädel da ganz rechts in Lila hat das auch ganz gut geklappt, oder?

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=ldGHGUS0JDs]

Mal was aus dem Hobbybereich: Geniale Anzuchtboxen

Seit einiger Zeit habe ich ja das Garteln für mich entdeckt. Ich mag den Geruch von Erde und ich mag Pflanzen. Eigentlich kaufe ich aber ungern welche irgendwo im Garten-Center, ich finde es viel spannender wenn man sie selber zieht. Und da hat man manchmal ein Problem.

In der Keimphase sind Pflanzen ziemlich gefährdet – zumindest wenn man irgendwo mal einen Trauermücken-, Blattlaus- oder sonstigen Viehzeugbefall hatte. Die Larven sind teilweise gar nicht so einfach totzukriegen, trotz Mikrowelle und Brennesseldünger.
Anzuchtboxen gibt es viele und es ist kein Problem mehrere hundert Euro dafür auch auszugeben. Besonders gefallen hatten mir immer die in einigen Chiliforen gezeigten Lösungen, aber für meinen Bedarf war das alles zu groß und zu ungeeignet. Letztlich wollte ich was im Büro haben um meine Grüne Oase zu vervollständigen. Hier wachsen mehrere Bananenstauden, Bonsai-Chili, Chilis, Habaneros, Efeu, eine Weide, Rosmarin, Oregano, Bergbohnenkraut, Thai-Chili, und noch ein paar andere Sachen und umgeben dabei einen kleinen Zimmerbrunnen. Wann immer Streß im Büro ist (und das ist oft der Fall) hilft ein kurzer Blick in den kleinen Garten hier und schon geht’s mir wieder gut.

Natürlich ist das alles nicht von mir selbst von der Pike an aufgezogen – aber beispielsweise die Chilis schon alle. Und auch die Bananen sind letztlich alle Ableger derselben Pflanze. Allerdings ist es schwierig, gerade Chili-Pflänzchen (aber auch andere) soweit groß zu kriegen daß sie alleine zurechtkommen. Bei mir vor dem Büro gibts einen kleinen Park und wenn ich nicht aufpasse habe ich schlagartig hungriges Viehzeug auf meinen Pflänzchen, vor allem Blattläuse und Trauermücken. Und gerade Trauermückenlarven sind tödlich für frische Keimlinge.

Die Lösung schließlich brachte mir ein Tipp von einem Kollegen. Er kaufte sich ein komplettes „Anzucht-Set für Bürogärtner„, also Box, Unterlage, Substrat, Trenner und Samen. Im ersten Moment dachte ich, er mache Witze aber das Zeug funktioniert tatsächlich ziemlich gut.

Letzten Endes handelt es sich um kreatives Recycling – oder zumindest zweckentfremdete Wiederverwertung. Wenn man sich die Box beschafft (hab 9,95€ bezahlt) bekommt man eine alte Diskettenbox mit Zubehör, eine Briefbox, spezielles Pflanzensubstrat und eine Auswahl an Pflanzensamen – immerhin 40 Stück.

In Betrieb nimmt man das ganze dann so (Alle Bilder können via Klick vergrößert werden):

Geliefert bekommt man dies

Die einzelnen Teile des Sets

Gelbpapier dazu

Letztlich ist das ziemlich simpel zusmmengesteckt, eine Anleitung lag aber bei.

Gelbpapier eingebaut

Substrat zuschneiden

mitgeliefert

Ich hab mir Gelbpapier dazubesorgt weil ich wie gesagt ein Trauermückenproblem habe. Zumindest den schon geschlüpften Tieren rückt das Zeug recht gut (wenn auch ziemlich grausam) zuleibe. Die Aufsteller für die Beschriftung kann man gut für Gelbpapier benutzen. Was das Substrat angeht, so hab ich dem Braten nicht ganz getraut und hab mir daher eigenes besorgt. Mußte dann aber feststellen, daß ich dasselbe gekauft hatte, na toll. Was man mitgeliefert bekommt ist das Dreieck da oben. Sieht nach nichts aus, reicht aber locker!

Mit Wasser mischen

oder so

Verteilen und fertig

Letztlich mischt man das Dreieck dann mit so 400-600ml Wasser. Das ist Gefühlssache, es muß jedenfalls eine schöne Pampe ergeben. Ideal für Mittagspausen in denen man sonst nichts zu tun hat und unbedingt eine sinnvolle verwendung für einen Nudelcup sucht….

Samen einsetzen

Und glei nomoi!

Nummer 2

Letztlich haben wir dann die Box noch quasi „besamt“ Die in Archivsilber brütet jetzt mit ein bißchen Glück zwei verschiedene Gattungen Schlauchpflanzen, eine Mimose und eine Sonnentaumischung aus. Die Rote Box brütet Mesembryanth, Lithopmischungen und Drosanthemum aus. Wenige Tage nach „Inbetriebnahme“ keimten die ersten Lithops auch schon.

Wenn die Sache mit dem Keimen erstmal durch ist kann man die Pflänzchen das erste Mal umtopfen – jetzt sind sie in einem etwas überlebensfähigeren Zustand. Kurz vor dem Umtopfen zeigten sich unsere Plumeria (links) und Adenium Hybriden (rechts) in der blauen Box so:
1.

Klick vergrößert

2.

Klick vergrößert

Mir hat das richtig Spaß gemacht. Und ein nettes Geschenk oder Mitbringsel für Bürohengste und -stuten ist das allemal.

Fundstück der Woche (31.KW): We all Live in the Yellow Duckmarine

In Liverpool gibt es eine Menge mehr zu sehen, als man gemeinhin so meint. In den letzten drei Jahren hatte ich mehr als Fünfzehnmal die Gelegenheit, diese schöne Stadt zu besuchen und zu bestaunen. Ich hab im Cavern-Club getrunken (Okay, ist ein Nachbau und außerdem war da ein seltsamer Dealer drin bis er verhaftet wurde), habe von Southport bis Manchester die Umgebung betaunt und außerdem eine ganze Menge Galerien, Museen und Docks angesehen.

Simpel gesagt: Liverpool ist toll und auf jeden Fall einen Besuch wert. ja, und wenn man schonmal da ist kann man ja auch noch eine besondere Stadttour machen:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=nqgIO5RoIyE]

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=CUnS1ll6ecw]

Fundstück der Woche (30.KW): Mal gar nichts

Jeden Montag um 11.11 Uhr präsentiere ich Ihnen ein Fundstück der Woche. Diesmal wollte ich ein Video verlinken, das sich über die Idee des Amoklaufs und des Selbstmordattentates lustig macht.

Angesichts der beiden Anschläge in Norwegen durch den verwirrten PI-Anhänger Rechtsradikalen hielt ich das alledings nicht für sinn- oder pietätvoll. Daher verbleibe ich an dieser Stelle nur mit Beileid für die Opfer rechtsfanatischer Wahnsinniger.

Fundstück der Woche (29.KW): Die Gier

Um das Sommerloch ein bißchen zu füllen mal wieder was aus der Mottenkiste des Internets. In diesem Falle Wilfried Schmicklers Gedicht über die Gier.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=WsRaFjDlS0k]

Die Gier

Was ist das für ein Tier, die Gier?
Es frisst in mir, es frisst in Dir
will mehr und mehr und frisst uns leer

Wo kommt das her, das Tier?
Und wer erschuf sie nur, die Kreatur?
Wo ist das finst’re Höllenloch,
aus dem die Teufelsbestie kroch?
Die sich allein dadurch vermehrt
in dem sie Dich und mich verzehrt.

Und wann fängt dieses Elend an,
dass man genug nicht kriegen kann
und plötzlich einfach so vergisst,
dass man doch längst gesättigt ist
und weiter frisst und frisst und frisst?

Und trifft dann so ein Nimmersatt
auf jemanden der etwas hat,
was er nicht hat und gar nicht braucht,
dann will er’s auch.

„Wie – das soll’s schon gewesen sein?
Nein, nein, da geht bestimmt noch rein
und überhaupt da ist doch wer,
der frisst tatsächlich noch viel mehr!“
Und plötzlich sind sie dann zu zweit
die Gier und ihre Brut, der Neid!

„Das bringt mich nochmal ins Grab
das der was hat was ich nicht hab.
Das der wo ist wo ich nicht bin,
das will ich auch, da muss ich hin.
Warum denn der, warum nicht ich?
Was der für sich, will ich für mich.
Der lebt in Saus und lebt in Braus,
mit Frau und Hund und Geld und Haus
und hängt den coolen Grosskotz raus.

Wahrscheinlich alles auf Kredit.

Der protzt und prahlt
und strotzt und strahlt.
Wie der schon geht,
wie der schon steht,
wie der sich um sich selber dreht.

Und wie der aus dem Auto steigt
und aller Welt den Hintern zeigt
blasierte Sau!
Und seine Frau
ist ganz genauso arrogant
und degoutant.

Und diese Blagen
die es wagen
die Nasen so unendlich hoch zu tragen…

Da hört er aber auf der Spaß!“
So kommt zu Neid und Gier der Hass!

Und sind die erst einmal zu dritt,
fehlt nur noch ein ganz kleiner Schritt,
bis das der Mensch komplett verroht
und schlägt den anderen halb tot.

Und wenn ihr fragt:
„Wer hat ihn bloß soweit gebracht?“
Das hat allein die Gier gemacht!

Tagesschau vor 20 Jahren

Für uns politisch Interessierte ist die Tagesschau ja noch immer eine der ersten Anlaufstellen für Informationen, auch wenn man längst ein wenig aufpassen muß was da so gesendet wird – und vor allem was nicht. Für uns historisch Interessierte bietet Tagesschau.de nun etwas besonderes zum Download an: Tagesschau von vor 20 Jahren.

Ab dem heutigen 12.7. scheint man auf Tagesschau.de anzubieten, daß man neben der regulären Tagesschau auch die von 1991 downloaden kann. Das erzeugt neben einem hübschen Nostalgiegefühl (Joe Brauner war auch mal jung!) vor allem Interesse: 1991 ist die letzte Phase der Sowjetunion und der Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Serben und Kroaten um die Macht im – eigentlich schon verlorenen – Jugoslawien. Ich persönlich nehme, auch wegen meines Jahrgangs natürlich, den Jugoslawienkrieg und den Deutschen Einsatz seinerzeit als ein eher plötzliches Ereignis wahr. Nun höre ich in der Tagesschau von 1991 von Aufrüstungen der Volksgruppen und Plänen gegen die anderen loszuschlagen.

Nicht daß mich das verwundert – längst hat mich das Studium der Geschichte mit den Dingen vertraut gemacht. Aber eine „Tagesaktuelle“ Nachricht zu hören die letztlich Kriegsgefahr signalisiert ist doch interessant. Zeitgeschichte ist immer ein sehr schwieriges Feld, der Historiker mißtraut dem Zeitzeugen zu Recht und nimmt dessen Aussage keinesfalls als Faktendarstellung, sondern nur als Sichtweise auf. Das ist genau der Fehler, den Guido Knopp macht. Dennoch ist eine Nachrichtensendung von damals eine Quelle und daher danke ich den Damen und Herren der ARD für diese Gelegenheit, wieder ein bißchen Zeitgeschichte betreiben zu können.

Ist das jetzt Satire…. oder krank?

Eigentlich wollte ich am heutigen Tage ja über eine Verschwörungstheorie der galaktischen Förderation schreiben (Ehrlich, ich hab da was gefunden..!) aber ein Bekannter machte mich via Facebook auf etwas anderes aufmerksam was ich… naja… sagen wir, ich komme nicht so ganz mit was ich davon halten soll.

Fangen wir am Anfang an. Verschwörungstheorien sind ja eine schöne Methode um eine gottlose Welt wieder mit einem Masterplan und einem Schicksal und einem Zufallsmangel zu besetzen, um Schuldfragen möglichst von sich selbst abzulenken. „Ich kann nicht schuld sein weil es gibt ja keine Zufälle“ und so weiter.

Lassen wir das für’s erste. Viel faszinierender war ich, als man mir gestern diese Meldung überreichte:

Kranker Schwachfug

Unsinn von der Quelle der Blödheit

Krank, oder? Ich meine… hallo? Geht’s noch blöder?
Ja, geht es. passen Sie auf:

Den Anne-Frank-Hebpurn Betrug kann man nicht einfach nur mit 1000 Worten erklären, denn Hinter dieser ganzen Geschichte stecken eine ganze Reihe weiterer Verschwörungen, unzählige andere sollten nach dem Kriege und bis heute folgen. Wenn Sie allerdings beim Stande der Dinge immer noch an jüngere angebliche Ereignisse wie Fukushima, den Tod Bin Ladens, Michael Jackson, Lech Kaczynskis oder eines Jörg Haiders glauben, dann ist Ihnen höchstwahrscheinlich schon garnicht mehr zu helfen. Wenn wir von „Nazis“ sprechen, meinen wir damit erst einmal eine extra für eine bestimmte Verschwörung, wie es der zweite Weltkrieg nun einmal war, geschaffene Interessengemeinschaft, die man durchaus auch schon Al-Kaida hätte nennen können, denn mit dem Sozialismus hatten die Verschwörer schon damals genausowenig zu tun wie später auch ihre Nachfolgeorganisationen in den verschiedensten Parlamenten Europas. „Otto Frank“, dessen Tochter Anne laut Geschichtsbuch in einem deutschen Konzentrationslager an Typhus gestorben sein soll, obwohl es diese Krankheit überhaupt niemals gab, war Mitglied der Nazi Interessengemeinschaft. Und wie alle Geheimdienstler jener grausamen Zeit Doppelagent. Er arbeitete also nicht nur für Hitler, sondern auch gleichzeitig für einen Churchill u.a.
Quelle ist Polskaweb.eu, denen auch die Rechte an dem Text uneingeschränkt gehören. Das will ich auch sicher so geklärt haben, sowas kommt ganz gewiss nicht von mir dieses … ach, Dreck halt.

Ich dachte erst, das sei Satire. Die Site strotzt nur so von Unsinn: Nazi-Klone, McDonalds-Zuckerverschwörungen, Kein Massaker in Srebreniza und so weiter….. das hört da gar nicht mehr auf! Nebenbei kostet der ganze Spaß auch noch irgendwelche 60€ im Quartal….

Wer, bei den braunschwarzen Knochen Riegers, ist der Urheber dieses Quatsches?
Allerdings ist die Site nicht polnisch, wie man zunächst vermuten würde. Das Impressum gibt folgende Informationen preis:

Projekt und Betreung :
Polskaweb News
Invest Group sp z o.o.
Redaktion Polskaweb
Na Murawie 5/b
68-135
Poznań
Polen
Polskaweb ist ein Non-Profit-Projekt

Aha. Aber, forscht man ein bißchen weiter (einfach mal bei whois)….

[Edit: Grafik vom Admin entfernt]

Also einem gewissen Herbert Porsch aus Berin gehört die Site. Nebenbei – der geht mit Daten ähnlich um daher hatte ich keine Hemmungen seinehier zu zeigen. Noch dazu, da das alles öffentliche Daten sind. Yasni und andere zweifelhafte Quellen spucken zu dem Namen erstaunliche Treffer aus….
Unter der angegebenen Telefonnummer ist niemand zu erreichen… ich gemeiner Kerl ruf aber auch mit unterdrückter Nummer an. Vielleicht sollte ich tagsüber mal aus einer Telefonzelle anrufen….. wer ist dafür, Herbert Porsch der Öffentlichkeit vorzustellen? Vielleicht kann er ja was „interessantes“ berichten…

 

=== Update ===
Anscheinend sind die nicht ganz unbekannt. Interessierte finden Links zu der Site und zu möglichen Ermittlungen dagegen hier, hier und hier.

Fundstück der Woche (27.KW): Eklat in Baden-Württemberg

Georg Schramm ist ja immer wieder sehenswert. Hier können Sie ihn mal nur hören – aber es lohnt sich vor allem wegen des Publikums:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=nFmGpSzk_0Q]
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=M5ZlX3U6osw]
Gehört? Da sind sie aber fuchsteufelswild gewesen, die Damen und Herren Elite. Haben sich doch sogleich in den sprachlichen Lokus begeben. Dazu gibt es zwei Berichte der badischen Zeitung hier und hier und einen der Stuttgarter Zeitung hier. Dazu außerdem eine Kolumne von Joe Bauer hier.

Was ein wenig verwundert: Warum war man eigentlich so erbost? Kannten die versammelten Damen und Herren der ersten Reihe das Programm und den Inhalt der Reden von Herrn Schramm nicht? Haben Sie ihm weder in der Anstalt, noch bei den Demos gegen Stuttgart 21 zugehört? Vermutlich, denn wer einen Preis gar nicht als Preis versteht, der weiß i.d.R. gar nicht warum er jemanden auszeichnen muß.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie betreiben dank großzügiger Schmiergeldzahlungen (Abgaben) ein Glücksspielunternehmen in einem Land, in dem Glücksspiel eigentlich verboten ist. Damit helfen Sie, all denen in diesem Land, die nichts haben, vorzugaukeln, sie könnten vielleicht eines Tages mal alles werden. Die Chancen sind gleich Null, aber alle machen mit. Das ist exakt der Grund, warum das System, das genauso aufgebaut ist, funktioniert: Weil alle glauben, daß sie aufsteigen können und weil es kaum einer schafft. Volker Pispers nannte das „Die Lüge des Kapitalismus„, aber das nur am Rande.
Nun müssen Sie, weil die Leute ja noch nicht ganz doof sind, als Teil des Systems ein gewisses Maß an Kritik ertragen. Man nennt das eine Ventilfunktion, einer solchen diente beispielsweise der berühmte Weiß Ferdl in München. Um Sympathie zu erlangen kann es aber nützlich sein, die Ventilfunktion als solche ein bißchen zu unterstützen solange sie nur Ventil bleibt und sich nichts wirklich ändert. Ansonsten wäre das natürlich kontraproduktiv.
Um zu zeigen, daß man keine Diktatur ist, sondern „Freiheit“ auch im Sinne der Meinungsfreiheit zumindest duldet, stiftet man also einen kleinen Preis (also von rund 130 Millionen Euro Gewinn etwa 16.000, das reicht völlig um großzügig zu erscheinen und vielleicht sogar als „Mäzen“ eines Tages verklärt zu werden) und vergibt ihn auch an jemanden, der manchmal scharf an einem selbst Kritik übt. Bei Hofe hieß das früher „Narrenfreiheit“

Das Ganze könnte nun super funktionieren, wenn sich der auszuzeichnende Künstler auch an die Spielregel hät – also vorsichtig und ein bißchen freundlich ist, die versammelte Mannschaft über sich selbst zwar ein bißchen gezwungen lachen lässt aber letztlich mit ihr auch gerne mal ein Bierchen trinkt – in Bayern findet sowas ja jedes Jahr statt und zwar am Nockherberg. Und schon da zeigte sich, daß man, wenn sich jemand nicht an diese Regel hält, man schnell verschnupft wird.
Dies nun ist hier auch passiert: Schramm hat sich die Chance nicht nehmen lassen der versammelten Elite mal zu sagen was er – und ein gerüttet Maß der aufgerüttelten Bevölkerung auch – von ihr hält. Und das fanden viele nun gar nicht komisch, so etwas tut man nicht. Man gab ihm in der Konsequenz auch nicht die Hand (vermutlich fehlt der Figur Dombrowski deswegen die Rechte…)

Schön ist dann aber, daß die aufgebrachten Wutbürgerlichen tatsächlich die Rückgabe des Preises forderten. Moment – Rückgabe? Eine Rückgabe kann dann erfolgen, wenn eine Seite mit den erbrachten, vertraglich geregelten Leistungen nicht zufrieden ist. Das ist eine Alternative zum Widerrufsrecht. Eine Rückgabe ist also möglich wenn ein Handel abgeschlossen wurde – und scheinbar verstanden die vorderen Reihen das so. Schramm hat nicht für den Preis gebuckelt, hat nicht die Füße der Verleihenden geleckt. Das sieht man in bestimmten Teilen der Gesellschaft anscheinend als Vertragsverletzung.