Guttenbergs Köhler

In den vergangenen Tagen unserer Republik gab es ein Ereignis, das bislang kaum Reaktionen hervorgerufen hat und das wahrscheinlich nur deshalb, weil es der richtige vorgetragen hat.
Die Rede ist diesmal von der letzten Äußerung unseres Raubritterbarons zu Guttenberg. Wie dem interessierten Leser ja sicherlich bekannt ist, wiederholt der „Platitüden-Baron“ recht gerne Äußerungen von zweifelhafter Qualität, nur daß er sie halt schön sagt. Ob das bei Michael Glos der Fall war, als Guttenberg Glos als Wirtschaftsminister ersetzte, oder nun bei Horst Köhler.
Köhler, wir erinnern uns, trat zurück nachdem ein nicht unerheblicher Teil der Republik entsetzt zurückschreckte, weil er versehentlich ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderte. Angriffskriege seien zu rechtfertigen, wenn dabei wirtschaftliche Interessen geschützt werden. Sowas spricht man aber nicht aus, das macht man nur und redet nicht drüber. Also mußte Köhler zurücktreten mit der lächerlichen Begründung, das Amt des Bundespräsidenten werde beschädigt wenn an Äußerungen des Bundespräsidenten Kritik geübt wird.
Das hat was Päpstliches, nicht wahr?
Vollkommen zu recht hat die anständige Mehrheit der Bevölkerung irritiert reagiert, als ihr Staatsoberhaupt der Presse erklärte, daß das Erschießen junger Menschen im Namen der Bilanz schon in Ordnung sei. Köhler hat das Amt des Bundespräsidenten damit um eine weitere Facette bereichert: Bewies er bis dahin sehr schön, wie überflüssig er im Grunde ist, hat er am Ende auch noch gezeigt, daß es nach Heinrich dem Lübke noch peinlichere Präsidentenversuche geben kann. Vermissen Sie nicht auch manchmal Papa Heuss? Als Präsidenten noch Anstand hatten und ordentliche Menschen mit Lebenserfahrung waren? Was hatten wir denn da zuletzt? Herzog, der nicht rechnen konnte, Rau, der nur predigen konnte und die Presse überforderte, Köhler, der aus Westerwelles Küche hervorging und jetzt Kermit den Frosch. Zwischendurch wäre es fast ja mal noch Schäuble geworden und das wäre ein Grund gewesen seine Staatsbürgerschaft abzugeben.
Nun gab es schon öfter peinliche oder dumme Aussagen, die Politiker am Ende die Karriere gekostet haben (auch wenn ich mich ernsthaft Frage, ob ein zurücktretender Bundespräsident seine Karriere beendet oder wieder aufnimmt). Selten jedoch springt ihm einer dabei noch bei. Tat damals auch keiner.
So zogen ein paar Tage ins Land und die Sache wurde vergessen. Horst wer..? könnte sich der Deutsche schon wieder fragen
Und da taucht Guttenberg wieder auf und verteidigt Monate später den ehemaligen Präsidenten. Bestätigt die Aussagen des Mannes und erklärt das für richtig, was selbigen Präsidenten das Amt gekostet hat. Hallo?
Finden Sie es nicht auch bedenklich, daß ausgerechnet der Verteidigungs- (vulgo: Kriegs-) Minister einen Angriffskrieg zur „Verteidigung“ von wirtschaftlichen Interessen für gerechtfertigt hält? Soll uns das auf irgendwas vorbereiten?
Im Irak steht Deutschland derzeit nicht und das lediglich, weil Merkel damals noch nicht Kanzlerin war. Die wollte das nämlich damals als Oppositionschefin. Ist sogar extra nach Amerika geflogen um den amerikanischen Präsidenten Bush ihrer eigenen uneingeschränkten Solidarität zu versichern. (Was sie nicht daran hinderte, einige Zeit später dem oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Obama zu erklären, als Nichtregierungsvertreter habe er im Ausland, sprich in Deutschland, nichts zu suchen.) Die wahrscheinliche Folge: Terroranschläge in Deutschland und damit Rechtfertigungen für weitere Angriffskriege.
Zu der Zeit war ich wehrpflichtig und tat meinen Dienst bei der Infanterie. Wäre Merkel damals Kanzlerin gewesen würde ich heute vielleicht im Irak auf Zivilisten schießen müssen. Oder selbst erschossen werden.

Für eine Handvoll Dollar.

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